+++ Weihnachtstheater "Das Wunder des hl. Florian ab 26.12.2017 im Trachtenheim +++

Chronik

 

Ein knappes halbes Jahr nach Ende des ersten Weltkrieges (in München tobte die Räterevolution)  fanden sich am 4. April 1919 in Grüntegernbach fünf junge Burschen zusammen, um einen Trachtenverein zu gründen. Es waren dies Alois Greimel (Gründungsvorstand), Jos. Böck (Kassier), Bartl Ingerl (Schriftführer), Dom. Ingerl und Georg Unterreitmeier.  

In den folgenden Monaten konnten immer mehr Dirndln und Buam aus der näheren Umgebung für die Ideale der Trachtensache gewonnen werden. So zählte der Verein im Oktober 1919 bereits 17 ordentliche und 30 außerordentliche Mitglieder.

 
Dies ist eines der ältesten Fotos des Trachtenvereins aus der Gründerzeit 

Im Jahre 1920 beschloss man, eine professionelle Theaterbühne zu errichten. Nachdem keiner der Grüntegernbacher Wirte sich bereit erklärte das Vorhaben zu unterstützen, wurde der Sitz des Vereins nach Wasentegernbach verlegt. - Vereinsherberge wurde für viele Jahrzehnte das Gasthaus Pitzer. Im selben Jahr wurde beim damaligen Gauvorstand Thomas Bacher die Aufnahme in den Gauverband I beantragt, der nach einigem skeptischen Zögern nachgab und die Aufnahme genehmigte.  Am 16. Juni 1921 fand im Pitzer-Saal erstmals ein "Schuhplattler-Trachtenball" statt. Der Verein besuchte Theateraufführungen in der näheren Umgebung sowie Fahnenweihen und Stiftungsfeste der umliegenden Trachtenvereine. Am 07. Mai 1922 besuchte Gauvorstand Bacher erstmals seine Wasentegernbacher. 1923 beteiligten sich die Wasentegernbacher Trachtler an der Fahnenweihe des Brudervereins "Edelweiß" Reichertsheim. Die grassierende Inflation bescherte der Vereinskasse den Rekordüberschuß von 12 Milliarden Reichsmark.

1924 fertigten die "Armen Schulschwestern" in Kloster Moosen eine Vereinsfahne an, die zu Pfingsten 1925 geweiht wurde. Der Preis für diese Fahne betrug 709,50 RM. Der Entwurf wurde vom Grafiker Körner in München zum Preis von 70 RM hergestellt. Von den Vereinsmitgliedern wurde Messing gesammelt aus dem das noch heute als Fahnenspitze dienende Wasentegernbacher Wappen hergestellt ist.

Als Patenverein für die Fahnenweihe konnte der GTEV "D´ Trauntaler" aus Traunstein gewonnen werden. Der Heimatabend wurde auf einer Bühne im Freien abgehalten. Am Pfingstmontag, den 02. Juni 1925 erhielt die Fahne des Vereins im Rahmen einer Feldmesse durch H. H. Pfarrer Schwaiger den kirchlichen Segen. Als Fahnenmutter fungierte Frau Magdalena Lohmeier "Moierbäuerin von Loh", als Fahnenbraut Fanny Greilmeier. Bei herrlich warmen Wetter besuchten insgesamt 36 Vereine das bisher größte Ereignis des noch jungen Vereins. Zu diesem Anlass kam auch die auf Initiative von Baptist Rampl und Wastl Braun zusammen mit einigen Mitgliedern neu gegründete Trachtenkapelle Wasentegernbach zum Einsatz

 

Wie in den Vorjahren wurden fleißig die Festlichkeiten befreundeter Trachtenvereine besucht, u.a. führte der Weg  bis nach Eggenfelden. Bei der Generalversammlung am 22.11.1932 legte Vorstand Baptist Rampl sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde Toni Weilnhammer. Rampl wurde einstimmig zum Ehrenvorstand ernannt.

Beim großen Trachtenaufmarsch 1933 in München beteiligte sich der Verein mit der Trachtenkapelle. Nach Einkehr im Löwenbräukeller ging es mit dem letzten Zug heimwärts. Am 22. Juli 1934 bewarben sich die Wasentegernbacher Trachtler bei der Delegiertensitzung in Wasserburg a. Inn um die Durchführung des Gaufestes 1935. Den Zuschlag erhielten jedoch die "Mühlberger" aus Waging. Beim Festzug durch Wasserburg beteiligten sich 40 Buam (20 davon in der historischen Volkstracht), 20 Dirndl und 15 Musikanten.

 

Im Mai 1937 nahm der Verein an den Ausscheidungswettkämpfen zum Kreistag des KdF in den vier Gruppen: Volksmusik, Theater, Trachtentänze und Volkslied teil. Die Ausscheidung für in den Disziplinen Volksmusik, Trachtentänze und Volkslied fand in der Turnhalle in Dorfen, die Ausscheidung für Theater auf der vereinseigenen Bühne in Wasentegernbach statt. In der Endausscheidung konnten die Wasentegernbacher den Sieg in den Gruppen: Volksmusik, Volksgesang und Trachtentanz erringen. 

 

Bei der Delegiertensitzung anlässlich des Gaufestes in Chieming am 07.08.1938 bewarben sich die Wasentegernbacher abermals um die Durchführung des Gaufestes, dieses mal sollten die zähen Bemühungen der Vorstandschaft und der treuen Vereinsmitglieder Früchte tragen. Das 49. Gaufest des Gauverbandes I fand in Wasentegernbach statt!  An diesem Fest nahmen nicht weniger als 82  Wasentegernbacher Trachtler teil. 

Über den Festablauf des wohl größten Festes, welches das kleine Dorf im Isental bis zu diesem Zeitpunkt gesehen haben dürfte, schweigt das Protokollbuch. Auch das Protokoll des Gauverbandes I gibt keinen Aufschluss darüber. Aufgrund eines vorhandenen Zeitungsausschnittes aus dem "Völkischen Beobachter" vom 3. Juli 1939 sowie aus den Aufzeichnungen von Frau Josepha Stießberger können die Ereignisse wie folgt rekonstruiert werden: 

An der Westseite des Gasthauses Pitzer wurde ein Festzelt errichtet, in dem auch die Delegiertensitzung sowie der Heimatabend vor 1.500 Besuchern abgehalten wurde. Das Programm gestalteten die Gruppen des ausrichtenden Vereins sowie Sängergruppen aus Ismaning, Dorfen, Traunstein und Laufen. Auch Thomas Bacher, der bereits 1938 aufgrund der politischen Situation zusammen mit Dr. Conrad Adlmaier sein Amt als Gauvorstand niedergelegt hatte, richtete Worte an die Anwesenden. 

Der Festsonntag unterschied sich von den bisher abgehaltenen Gaufesten deutlich. So wurde anstelle der bis dahin üblichen und dem Selbstverständnis der Trachtler entsprechenden Feldmesse um 12 Uhr mittags ein "Festakt" abgehalten, der vor den im großen Viereck "angetretenen" Trachtlern auf dem Festplatz stattfand. Auch hier zeigt sich die Einflussnahme der damaligen politischen Machthaber in die Arbeit der  Trachtenbewegung. Die Herrschenden des NS-Regimes nahmen bereits seit geraumer Zeit jede Gelegenheit wahr, heimatliche Gesinnung und Brauchtumsarbeit für deren propagandistische Zwecke auszunutzen. 

Um den teilnehmenden Trachtlern dennoch den Gottesdienstbesuch zu ermöglichen, wurden in der Filialkirche Wasentegernbach im Laufe des Festsonntags drei Hl. Messen gelesen. 

Die politischen Umstände, sowie das zu diesen Rahmenbedingungen passende schlechte Wetter,  veranlasste wohl auch viele Vereine des Gauverbandes I dem Fest fernzubleiben, bzw. nicht in der gewohnten Mitgliederstärke zu erscheinen. Trotz all dieser Widrigkeiten wurde das 49. Gaufest des Gauverbandes I – es sollte das letzte für lange Zeit sein - abgehalten. Der Verein war, wenn auch nicht mit der Art und Weise der Durchführung, so doch mit der geleisteten Arbeit zufrieden. Noch ahnte niemand, in welch schrecklichen Ereignissen der von dem herrschenden NS-Regime in Großmannssucht und Menschenverachtung betriebene Nationalismus gipfeln würde. Doch die Befürchtungen sollten bereits acht Wochen später traurige Wirklichkeit werden. 

 

Für den Zeitraum von 1939 – 1946 berichtet der Chronist: 

"Während der Kriegsjahre kam das Vereinsleben immer mehr zum Erliegen. Durch Einberufung und sonstige Schwierigkeiten war an ein Fortführen der Vereinstätigkeit kaum mehr zu denken. Die Vereinsfahne trat nur noch mit dem Trauerflor in Erscheinung, wenn es galt einem toten Kameraden, der sein Leben für

Heimat und Vaterland lassen musste, die letzte Ehre zu erweisen. Dreizehnmal galt es diese traurige Pflicht zu erfüllen." 

Nach dem Krieg begann das Vereinsleben sich in ersten, mehr oder weniger gut besuchten Vereinsversammlungen neu zu regen. Der damalige zweite Vorstand Franz Rappold wird als einer der eifrigsten genannt das Vereinsleben wieder aufleben zu lassen. Zu Ostern 1946 konnte erstmals wieder ein Theater aufgeführt werden. Die Führung des Vereins übernahm nunmehr zum dritten Mal Baptist Rampl. Am 19. August fand im Pitzersaal ein Trachtenball statt! 

 

Am 15.04.1947 wurde der Verein durch den Landrat und die amerikanische Besatzungsmacht genehmigt. 

Am Pfingstmontag, den 17.05.1947 feierten die Trachtler aus Neumarkt–St. Veit ihr Gründungsfest mit Fahnenweihe. Unserem Verein wurde die Ehre zuteil die Patenschaft zu übernehmen. Nahezu der gesamte Verein beteiligte sich an dem bei herrlichem Wetter stattfindenden Festzug. 

Bei der Generalversammlung mit Neuwahlen am 09.11.1947 übernahm Toni Weilnhammer erneut das Amt des Vorstandes. 

 

Vom 25. bis 26. August 1951 beging der Verein sein 30-jähriges Gründungsfest. Der Heimatabend fand im völlig überfüllten Pitzersaal statt. Das vierstündige Programm wurde von eigenen Gruppen des Vereins, aber auch von Gruppen aus der näheren Umgebung gestaltet. Am Festsonntag den 26.08.1951 konnte Vorstand Weilnhammer, neben Gauvorstand Dr. Adlmaier, 22 Vereine bei herrlichstem Sommerwetter begrüßen.  

 

An Pfingsten 1952 wurde dem Verein zum zweiten Male die Ehre gegeben bei einem Bruderverein die Patenschaft zu übernehmen. Der Nachbarsverein "D´ Vilstaler" Gebensbach beging seine Fahnenweihe. Der Verein beteiligte sich aktiv beim Heimatabend. Bei der tags darauf (Pfingstmontag) stattfindenden Fahnenweihe waren 76 Vereinsmitglieder anwesend. Nach dem Festzug wurde als Ehrtanz der Kronentanz aufgeführt. Zur Erinnerung erhielt man eine Tischstandarte, die sich noch heute in unserem Besitz befindet. 

 

Am 06. März 1958 verstarb infolge schwerer Krankheit der amtierende Vorstand Toni Weilnhammer. Neben Fahnenabordnungen aus Mühldorf, Ampfing, Dorfen, Hinterskirchen und Grünbach gab nahezu der gesamte Verein seinem Vorstand das letzte Geleit. Zum Nachfolger wurde der bisherige zweite Vorstand Sigmund Mühlhuber ernannt. 

 

Wie notwendig es ist einen guten Paten zu haben zeigte sich bei der Trachtenwallfahrt 1958 nach Maria Eck;  vergaß man doch zu Hause den Fahnenschaft. Als alle Versuche fehlschlugen sich einen solchen auszuleihen, schloss man sich bei der Wallfahrt dem "Göd" aus Traunstein an. 

 

Am 20. November 1965, seinem 65. Geburtstag, wurde der langjährige Spielleiter, Musikant und Ehrenvorstand Bapitst Rampl, genannt  "Schuasta Babist" im Pfarrfriedhof von Schwindkirchen zur letzten Ruhe geleitet. Neben der Trachtenfahne und sechs weiteren Fahnen der Nachbar- und Brudervereine erwies dem Trachtenpionier und allseits beliebten Kameraden eine außergewöhnlich große Trachtlerschar die letzte Ehre. 

 

Beim Ausflug der Gaugruppe des Gauverbandes I am 21.05.1966 wurde auch Wasentegernbach besucht. Die Abendveranstaltung im Pitzersaal und der am nächsten Tag folgende Frühschoppen beim Wagnerwirt dürfte vielen Besuchern, aber auch den eigenen Vereinsmitgliedern, lange in Erinnerung geblieben sein. 

 

1967 beschloss man das bevorstehende 50-jährige Gründungsfest in größerem Rahmen zu feiern. Anlässlich dieses Festes wurde eine neue Fahne bei der Fahnenstickerei Eibl in München bestellt, da man die erneute Renovierung der ersten Fahne von 1925 als nicht mehr zweckmäßig erachtete. 

Das Amt der Fahnenmutter übernahm Josepha Stießberger, als Fahnenbraut fungierte Anni Schwarzmaier (jetzt Weilnhammer). Als Paten für die neue Fahne sollten wie schon 1925 die "Trauntaler" aus Traunstein fungieren. Zum Patenbitten fuhr man am 1. Februar mit dem Omnibus nach Traunstein. Nachdem Ehrenvorstand, Vorstand, und Fahnenmutter auf dem kantigen Scheit niederknieten, ließen sich die "Trauntaler" Im Beisein von Gauvorstand Paul Gambs (Inzell) und Gauvorplattler Alfons Plereiter (Ruhpolding) erweichen und erklärten sich bereit diese ehrenvolle Aufgabe ein zweites Mal zu übernehmen. 

Nach umfangreichen Vorbereitungen konnte das Fest vom 21. bis zum 22. Juni 1969 seinen Lauf nehmen. Beim Heimatabend konnte 2. Gauvorstand Max Reitner (Vagen) fünf verdienten Gründungsmitgliedern die höchste Auszeichnung, die der Gauverband I zu vergeben hat, das Goldene Gauehrenzeichen, überreichen. 

 

Der Festsonntag wurde durch den Weckruf der Festkapelle eröffnet. Die Feldmesse auf dem Freialtar zelebrierte H.H. Pfarrer Abelshauser, der im Anschluss daran die Weihe der neuen Fahne und der Fahnenbänder vornahm. Nach dem gemeinsamen Mittagessen im voll besetzten Festzelt bewegte sich ein scheinbar nicht enden wollender Festzug unter den Klängen von vier Musikkapellen und zwei Spielmannszügen durch den festlich herausgeputzten Ort.  

 

Um die Brauchtumsarbeit, auch in Zeiten, in denen Volksmusik, Gesang und Schuhplattler nicht mehr die große breite Öffentlichkeit erreichte, näher zu bringen, wurde im August 1971 im Pitzersaal ein Heimatabend abgehalten, der hinsichtlich des Besuchs, aber auch in der Lokalen Presse, guten Anklang fand. 

 

Am 24. November 1978 verstarb nach langem Leiden der vieljährige 2. Vorstand und Ehrenvorstand Franz Rappold. Er hatte sich nach dem Krieg große Verdienste um die Wiederbelebung des Vereins erworben. 

 

Das 60. Gründungsfest wurde in kleinerem Rahmen vom 29. – 30. September 1979 begangen. Der Heimatabend fand im Pitzersaal statt. Am Sonntag fand im Kramer-Hof eine Feldmesse mit anschließender Heldenehrung statt. Der Festzug bewegte sich unter den Klängen von 2 Musikkapellen durch das Dorf. 

 

Bei der Generalversammlung im Oktober 1979 übernahm Michael Schlickenrieder von Anton Rappold das Amt des zweiten Vorstandes, das dieser seit 1958 mit Eifer und großem Pflichtbewusstsein ausfüllte. 

 

Eine Ehre besonderer Art wurde dem Verein im Dezember 1979 zuteil. Der neu gestiftete Kulturpreis des Landkreises Erding sollte erstmals verliehen werden. Neben Zeno Pfest aus Isen und dem Kammerorchester Erding wurde der Verein für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Brauchtumsarbeit ausgezeichnet. Der damalige Landrat und nunmehrige Bayer. Staatsminister Hans Zehetmair überreichte im Beisein zahlreicher Vereinsmitglieder und Vertretern des öffentlichen und politischen Lebens die Urkunde an Vorstand Sigmund Mühlhuber. Im Anschluss an den Festakt zeigte der Verein unter den Klängen der Trachtenkapelle sein Können. 

 

Bei der Generalversammlung am 31.10.1982 übergab Sigmund Mühlhuber nach 24-jähriger, erfolgreicher Tätigkeit als Leiter des Vereins sein Amt in die Hände eines Jüngeren. Sein Sohn Sepp sollte bei der nachfolgenden Neuwahl als neuer Vorstand hervorgehen. Dank und Anerkennung für die dem Verein geleisteten Dienste wurde Sigmund Mühlhuber im Januar 1983 durch die Ernennung zum Ehrenvorstand ausgesprochen. 

 

Im Juli 1983 beteiligte sich der Verein, wie bereits fünfzig Jahre zuvor, bei den Feierlichkeiten anlässlich der Gründung des ersten Trachtenvereins im Rahmen des großen Trachtenaufmarsches in München. 

 

Um den Anforderungen des Vereinsrechtes, sowie des Steuerrechtes zu genügen wurde der Verein am 08.10.1990 in das Vereinsregister eingetragen. 

 

Die kontinuierliche Verschlechterung des baulichen Zustands des Gasthauses Pitzer und die sich daraus ergebenden baupolizeilichen Auflagen brachten weitreichende Konsequenzen für den Verein mit sich. Die Tanz- und Plattlerproben der Kinder- und Jugendgruppen, aber auch der Aktiven Tanzgruppe wurden in den Sommermonaten in der nicht mehr genutzten Maschinenhalle der Familie Bürger abgehalten. 

 

Im Herbst jedoch stellte sich die Frage wie es denn weitergehen solle, zumal seitens des Herbergswirts zwar signalisiert wurde Renovierungsarbeiten durchzuführen, der Zeitrahmen aber nicht überschaubar war. Aus dieser Not heraus wurde die Maschinenhalle provisorisch wetter- bzw. winterfest gemacht, um wenigstens den geplanten Hoagart´n im Oktober sowie die Generalversammlung durchführen zu können. Schon bald aber reifte der Gedanke heran, dass aus der provisorisch angebauten Maschinenhalle mehr als nur ein Winterquartier werden könnte, zumal die Familie Bürger sich bereiterklärte, das Gebäude zur Verfügung zu stellen. Der Vorstandschaft, insbesondere Vorstand Sepp Mühlhuber, oblag es nun Vorgespräche hinsichtlich der Baugenehmigung und Nutzungsänderung mit dem Landratsamt Erding zu führen, um die baurechtliche Seite für die Vorlage bei der Jahresgeneralversammlung abzuklären. 

 

Erfreulicherweise stellte Landrat Xaver Bauer seine Unterstützung bei der Durchsetzung des Vorhabens in Aussicht. Wesentlich schwieriger stellte sich die Finanzierung des Projektes dar. Zwar kann man nicht behaupten der Verein wäre mittellos gewesen, doch zur Durchführung des Projektes reichte das vorhandene Kapital zur Finanzierung verständlicherweise bei weitem nicht. Aber auch hier konnte ein tragfähiges Konzept aufgestellt werden. Bei der Generalversammlung am 30. Oktober wurde das Vorhaben den anwesenden Vereinsmitgliedern zur Abstimmung vorgelegt. Leider trat jedoch ein, was einige Vorstandschaftsmitglieder bereits befürchtet hatten, die Mehrheit der Vereinsmitglieder stimmte unter Anführung verschiedenster Begründungen gegen den Vorschlag ein Vereinsheim zu errichten. Es wurde beschlossen über das Vorhaben in einer weiteren außerordentlichen Mitgliederversammlung nochmals abzustimmen. Bei dieser am 02.12.1994 abgehaltenen Abstimmung konnten nun die Mitglieder überzeugt werden und dem Ausbau der ehemaligen Maschinenhalle stand nichts mehr im Wege. 

 

Im Laufe der nächsten drei Jahre wurde Baumaterial für rund 175.000,-- €  verarbeitet und Arbeitsleistungen im Gegenwert von rund 200.000,- € erbracht. Im Wesentlichen wurde das Projekt durch großzügige Spender und öffentliche Zuschussgeber ermöglicht, denen an dieser Stelle unser herzliches "Vergelt´s Gott" gesagt werden soll. 

 

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die traurige Nachricht, dass am 2. April 1997 unser Ehrenvorstand Sigmund Mühlhuber im Alter von 86 Jahren verstarb. 24 Jahre stand er dem Verein vor und prägte in seiner bei Jung und Alt beliebten Art erfolgreich die Geschicke des Vereins. So war es nicht verwunderlich, dass ihm nahezu der gesamte Verein, sowie eine stattliche Anzahl von Abordnungen der Brudervereine auf dem Schwindkirchener Pfarrfriedhof die letzte Ehre gaben. 

 

Am 4. Juli 1998 konnte Vorstand Sepp Mühlhuber den gesamten Verein, zahlreiche Vertreter des Gauverbandes I, der Politik und des öffentlichen Lebens, zur Einweihungsfeier begrüßen. Nach einem Dankamt in der Filialkirche erteilte Hochw. Hr. Pfarrer. Bichlmair der neuen Vereinsherberge den kirchlichen Segen. 

Der tags darauf durchgeführte "Tag der offenen Tür" wurde trotz des schlechten Wetters zu einem vollen Erfolg.  

 

Ein großes Fest in der Geschichte unseres Heimatdorfes  war das 80-jährige Gründungsfest des Vereins. Vom 31. Juli bis zum 2. August 1999 besuchten Tausende aus nah und fern die Veranstaltungen. Mehr als 60 Gastvereine bildeten den gewaltigen Festzug, der von vielen Zuschauern bejubelt wurde. Ein besonderer Höhepunkt, neben Festzug und  dem Heimatabend, war der Festgottesdienst, den unser im Jahr 2001 verstorbener Hr. Pfarrer Bichlmair zelebrierte. Eine gewaltige, ungezählte Anzahl von Gläubigen feierte unter strahlend blauem bayerischen Himmel gemeinsam die Hl. Messe.

 

 Viele Menschen fühlen sich der Trachtensache verbunden. Hier eine Aufnahme mit Herrn Pfarrer Bichlmair, aufgenommen während der Totenehrung im Rahmen des 80-jährigen Gründungsfestes im August 1999

 

Nicht unerwähnt bleiben sollen aber auch die vielen nicht genannten Veranstaltungen, die insgesamt gesehen das eigentliche Vereinsleben ausmachen. So beteiligte sich der Verein an den Gründungsfesten und Fahnenweihen von umliegenden Vereinen, hält in monatlichem Turnus Vereinsabende ab, die neben der Vermittlung von Information auch der Unterhaltung und dem gemütlichen Beisammensein dienen. Ehre und Verpflichtung ist es dem Verein seit seinem Bestehen an den kirchlichen Veranstaltungen der Pfarrei Schwindkirchen teilzunehmen.